Vitamin-D-Mangel – fast jeder hat ihn, fast niemand weiß es!

Vitamin-D-Mangel – fast jeder hat ihn, fast niemand weiß es!

Vitamin D wird zu einem Großteil durch Sonnenlicht vom Körper selbst gebildet. Nicht etwa nur die Jahreszeit oder das Klima unserer Breiten führt dabei zu solch einem Mangel. Eher die Tatsache, dass die meisten Menschen tagsüber ihrer Arbeit in geschlossenen Räumen nachgehen und damit schon mehrere Negativ-Stunden sammeln was Sonneneinstrahlung anbelangt. Hinzu kommt auch noch, dass der größte Teil der Bevölkerung Mitteleuropas Kleidung trägt, die etwa 80% der Oberfläche unserer Haut bedecken und damit selbst wenn sie sich in der Sonne aufhalten, nicht ausreichend Vitmain D über die Haut gebildet und gespeichert werden kann! Somit ist Vitamin-D-Mangel vorprogrammiert.

Vitamin D durch die Ernährung
Viele Menschen vertreten die Meinung, dass man den Bedarf an Vitamin D mit einer gesunden Ernährungabdecken kann. Das ist jedoch leider ein Trugschluss. Nur sehr wenige Nahrungsmittel enthalten ausreichende Mengen an Vitamin D. Gesetzt des Falles man liebt Innereien und fetten Fisch in erhöhtem Maße, könnte man durchaus das tägliche Minimum an Vitamin D erreichen. Andernfalls ist die Deckung des Vitamin-D-Bedarfs über die Nahrung definitiv NICHT möglich.
Ob die bislang als “tägliches Minimum” geltende Vitamin-D-Menge auch tatsächlich ausreicht, ist bis jetzt noch sehr umstritten. Sehr viele Wissenschaftler sind nämlich inzwischen der Meinung, dass wir sehr viel mehr Vitamin D benötigen (als beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung angibt) und dass sehr viele der heute geläufigen Krankheiten auf einen unerkannten Vitamin-D-Mangel zurückzuführen sind bzw. von einem solchen mitbegünstigt werden.

Tägliches Minimum an Vitamin D

Das tägliche Minimum an Vitamin D wird für einen Erwachsenen seit dem Jahr 2012 offiziell mit 20 Mikrogramm angegeben. In den Jahren davor war man der Meinung, 5 Mikrogramm seien ausreichend, was man inzwischen offenbar als Fehler erkannt hat. Man beachte in diesem Zusammenhang auch den Unterschied zwischen MINIMUM (also ein Mindestmaß um die nötigsten Funktionen aufrechtzuerhalten) und dem OPTIMUM (Das wohl sehr viel höher liegen wird). Wollte man nun die Menge von 20 Mikrogramm mit der Nahrung decken, dann müsste man täglich beispielsweise etwa 200 Gramm Sardinen, 2 Kilogramm Käse, 700 Gramm Eier oder 500 Gramm Kalbfleisch essen. Das wäre – im Falle der Sardinen oder des Fleisches – gerade noch machbar – aber 2kg Käse ??

Oben genannte Wissenschaftler empfehlen jedoch – ganz besonders bei einer bestimmten Krankheit – sehr viel höhere tägliche Bedarfsmengen. Bei Multipler Sklerose ist es die neunfache Menge Vitamin D (ca. 180 Mikrogramm) und zur Krebsprophylaxe gar die zwölffache Menge (ca. 240 Mikrogramm). Um also einen Mangel, der anscheinend großen Einfluss auf eine dieser Erkrankungen hat wieder auszugleichen wird die empfohlene Dosis um das 9 – 12fache erhöht? Hätten prophylaktisch 2kg Käse vielleicht das Ausbrechen der Krankheit verhindert oder zumindest das Risiko verringert?

Wenn man dann also einen 9-12fach erhöhten Bedarf hat … bedeutet dies dann 2 Kilogramm Sardinen pro Tag? 18 – 24 Kilogramm Käse? 6 Kilogramm Eier? Nahrungsmittel eignen sich also definitiv nicht zur Vitamin-D-Versorgung, ja nicht einmal sonderlich gut zur Ergänzung des Vitamin-D-Bedarfs. Da erscheint ein Sonnenbad an einem Freikörperkult-Strand doch als naheliegender und geringeres übel … und die Kosten blieben auch überschaubar! Bei einem KiloPreis von etwa 5 -15€ je nach Qualität des Käses, und man kann ja wahrscheinlich auch nicht unbedingt mit einer Bezuschussung der Krankenkassen rechnen …

Vitamin D durch die Sonne

Tägliche Aufenthalte unter freiem Himmel sind infolgedessen unerlässlich, um die Eigenproduktion von Vitamin D über die Haut zu ermöglichen. Hier gilt, dass im Sommer bereits 15 bis 120 Minuten genügen (abhängig von der Hautfarbe, dem Breitengrad, der bestrahlten Hautfläche und der Sonnenintensität), damit 500 Mikrogramm und mehr Vitamin D produziert werden können – was die hundertfache Menge des täglich mit einer durchschnittlichen Nahrung zugeführten Vitamin D beträgt und zeigt, wie viel Vitamin D wir in Wirklichkeit brauchen bzw. womit unser Köprer “rechnet”, worauf er evolutionsbedingt ausgerichtet ist!

Krankheiten durch Vitamin-D-Mangel

Vor Jahrzehnten dachten die Mediziner noch, dass Vitamin D nur für den Zustand der Knochen und der Zähne mit verantwortlich sei. Heute Ist die Wissenschaft und die Forschung schon sehr viel weiter. So ist es bereits erwiesen, dass das Vitamin D vielfältigste Funktionen im menschlichen Körper übernimmt und Einfluss auf maßgebliche Abläufe des Stoffwechsels hat und dass ein Mangel das Erkrankungsrisiko vieler Leiden deutlich erhöhen kann. Angefangen von Neurodermitits und einem Defizit der Abwehrfunktion unserer Haut, Immunschwächen über Allergien bis hin zu Depressionen und anderen Psychischen Erkrankungen.

Leider ist nur den wenigsten Menschen bewusst dass unser  moderner Lebensstil mit Freizeitbeschäftigungen wie z.B. Fitness-Studio, Computer, TV etc. und beruflichen Tätigkeiten, die in geschlossenen Räumen stattfinden, einen Vitamin D Mangel unumgänglich machen!

Der beste Weg, einen möglichen Mangel an Vitamin D nachzuweisen, ist sicherlich ein Bluttest, den Ihr Hausarzt durchführen kann. Dies sollte sie vorallem in Betracht ziehen, wenn sie häufiger oder chronisch an einer der folgenden Krankheiten leiden oder das Risiko daran zu erkranken verringern möchten:

  • Grippale Infekte und Atemwegserkrankungen
    Eine im Cambridge Journal veröffntlichte Untersuchung konnte belegen, dass ein Mangel an Vitamin D Kinder anfälliger für Atemwegserkrankungen macht. Eine Interventionsstudie zeigte zudem, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen bei Kindern reduziert.
  • Muskelschwäche
    Laut  dem führenden Wissenschaftler in der Vitamin-D-Forschung Michael F. Holick, wird Muskelschwäche in der Regel durch einen Mangel an Vitamin D ausgelöst, da die optimale Funktion der Muskeln nur gewährleistet ist, wenn die Vitamin-D-Rezeptoren ausreichend VitD zur Verfügung stehen haben.
  • Schuppenflechte/ Neurodermitis
    Es konnte anhand mehrerer Sturdien belegt werden, dass Vitamin D einen hohen Einfluss auf das Hautbild im Allgemeinen hat und auch unterstützend zur Therapie bei Hauterkrankungen erfolgreich eingesetzt wird.
  • Stimmungschwankungen
    Ein ganz klassisches Beispiel sind Winterdepressionen. Jedem ist in gewisserweise bewusst, dass es an der grauen düsteren Jahreszeit liegt, dass die Sonne fehlt. Mittlerweile empfehlen viele Ärzte in den Herbst und Wintermonaten gezielte Supplementierung mit Vitamin D, da der Einfluss auf die Psyche bei Antriebslosigkeit oder Lethargie wissenschaftlich bewiesen wurde.
  • Osteoporose
    Während Vitamin D dafür sorgt, dass Calcium resorbiert und in die Knochen gebaut werden kann, ist das Parathormon dafür zuständig, den Calciumspiegel im Blut aufrecht zu halten. Sinkt dieser aufgrund von Vitamin-D-Mangel, dann entzieht das Parathormon den Knochen das für das Blut nötige Calcium. Bleibt ein solcher Zustand langfristig bestehen, kommt es zu ernsten Knochenerkrankungen.
  • Diabetes
    Eine Untersuchung aus Finnland, bei der 10.366 Neugeborenen gezielt Vitamin D3 verabreicht wurde und diese Kinder danach über 31 Jahre lang beobachtet wurden, zeigte so, dass das Diabetesrisiko um 80 Prozent geringer war, als bei anderen Menschen.
  • Asthma
    Japanische Studien haben gezeigt, dass das Auftreten von Asthmaanfälle bei Schulkindern durch eine tägliche VitaminD-Ergänzung von 1200IU erheblich senkte.
  • Parodontitis
    Chronische Zahnfleischerkrankungen gehen mit Schwellungen und Blutungen einher und können von Vitamin D günstig beeinflusst werden. Vitamin D regt die körpereigene Produktion von Defensinen und Cathelicidinen an. Dabei handelt es sich um antimikrobiell wirksame Peptide, die an den Schleimhautoberflächen gegen schädliche Bakterien vorgehen und auf diese Weise vor Parodontitis schützen können.
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen
    Auch Probleme mit Herz und Blutdruck werden mit Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht. Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass zu niedrige Vitamin-D-Werte (als gesund gelten 30 bis 60 ng/ml) ein höheres Risiko mit sich bringen, an Bluthochdruck zu leiden.
  • Schizophrenie und bipolare Störungen
    Schizophrenie und bipolare Störungen wurden ebenfalls mit einem Vitamin-D-Mangel in Zusammenhang gebracht, da sich das Gehirn nur mit ausreichend Vitamin D optimal entwickeln kann. Und so wurde bereits in einer früheren Studie festgestellt, dass eine richtige Vitamin-D-Versorgung während der Schwangerschaft und anschliessend während der Kindheit dringend notwendig ist, damit die Vitamin-D-Rezeptoren im Gehirn – die für die gesunde Entwicklung des Gehirns unerlässlich sind – ausreichend stimuliert werden können.
  • Krebs
    Forscher des Georgetown University Medical Center in Washington DC entdeckten einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aufnahme von Vitamin D und einem niedrigeren Brustkrebsrisiko. Sie fanden heraus, dass höhere Dosierungen des “Sonnenvitamins” bei bereits erkrankten Individuen zu einer um 75 Prozent reduzierten Krebswachstumsrate sowie zu einer um 50 Prozent reduzierten Tumorinzidenz (Anzahl der neu entstandenen Tumore) führten.
Auch als gesunder Mensch sollte man sich dennoch darüber Gedanken machen, ob man seinem Körper ausreichend Sonnenstrahlen geschenkt hat, ob man seine Speicher für den Winter ausreichend gefüllt hat, ob man sich öfter mal ein paar Sardinen mehr gönnt, oder das ein oder andere Kilogramm Gouda. Gerade in den Wintermonaten ist eine Supplementierung daher ratsam, da der Körper sonst unweigerlich bei einem Mangel wichtige Funktionen und Aufgaben nicht mehr erfüllen kann und dann auch mit gesundheitlichen Einbußen zu rechnen ist.
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