Anämie – Wie gefährlich ist Blutarmut wirklich?

Blut

Anämie bezeichnet in der Medizin eine verringerte Konzentration des eisenhaltigen Blutfarbstoffs und Proteins Hämoglobin. Das Hämoglobin ist essentieller Bestandteil der Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Mittels Hämoglobin wird Sauerstoff von der Lunge zu den einzelnen Körperzellen transportiert. Es dient somit in erster Linie zur ausreichenden Sauerstoffversorgung der Gewebe im Körper. Der rote Blutfarbstoff übernimmt aber noch eine andere Funktion. Er dient dazu, dass während des Zellstoffwechsels als Abfallprodukt anfallende C02 (Kohlendioxid) in die Lunge zu befördern, wo dieses dann ausgeatmet werden kann.

Unterschiedliche Anämie-Typen

Abhängig von Form und Erscheinungsbild der roten Blutkörperchen unter mikroskopischer Betrachtung, sowie dem Hämoglobingehalt im Blut, spricht man von unterschiedlichen Anämie-Typen. Sind die Blutkörperchen zu klein und enthalten zu wenig Hämoglobin, spricht man von mikrozytärer, hypochromer Anämie, oder Eisenmangel-Anämie.

Sind die Blutkörperchen zu groß, enthalten zwar genügend Hämoglobin, werden aber zu früh in der Milz abgebaut, spricht man von makrozytärer, hyperchromer Anämie. Diese Form von Anämie tritt in erster Linie bei Vitamin D- und Folsäure-Mangel auf.

Sind die roten Blutkörperchen und die Hämoglobinkonzentration unauffällig, es besteht allerdings hoher Blutverlust, spricht man von normozytärer, normochromer Anämie.

Ursachen einer Anämie

Für eine Anämie werden verschiedene Ursachen angenommen. So kann zum Beispiel eine verringerte Produktion oder ein gesteigerter Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin als Ursache gelten. Aber auch durch Blutungen hervorgerufener Erythrozyten-Verlust kann zur Anämie führen. Weiters wird ein Mangel an Nährstoffen und Mineralen, wie Vitamin D, Eisen und Folsäure als weit verbreitete Ursache genannt.

Eisenmangel wird in der Medizin als eine der häufigsten aufscheinenden Mangelerscheinungen beschrieben. So kann man auch in 80 von 100 Fällen von Eisenmangel als Ursache für Anämie ausgehen. Generell tritt Eisenmangel häufiger bei Frauen auf, insbesondere, wenn diese eine starke Menstruationsblutung aufweisen. Chronischer Blutverlust, im Zuge eines Magen-oder Darmgeschwürs kann ebenfalls Blutarmut (Anämie) zur Folge haben.

Auswirkungen von Anämie

Ein Mangel an Hämoglobin und Erythrozyten, welche über den Blut-Weg Sauerstoff transportieren und somit die Funktion der Organe aufrechterhalten, führt zu Sauerstoffmangel. Dieser äußert sich wiederum in Symptomen wie: Müdigkeit, Schwindel, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Auch Atemnot, erhöhte Herzfrequenz und Haarausfall können als Folge von Anämie in Erscheinung treten. Der langanhaltende Sauerstoffmangel kann zudem schwere organische Schäden an Lunge und Herz verursachen.

Diagnoseformen

Eine Möglichkeit zur Identifikation von Anämie ist die Überprüfung der Blutzellen auf Eisen, bzw. Hämoglobin Mangel. Außerdem kann die Untersuchung des Urins auf Blutspuren als Anzeichen für Blutungen im Magendarmtrakt zur Ermittlung dienen.

Um eine möglichst genaue Diagnose erstellen zu können, werden auch Magen-Darmspiegelungen und Knochenmarks-Entnahmen durchgeführt.

Behandlungsmethoden

Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung. Wird ein Mangel an Nährstoffen und Mineralien als Ursache erkannt, werden die jeweiligen Stoffe (Vitamin D, Folsäure, Eisen) als Substitut hinzugefügt. Tritt statt durch Nährstoff-Mangel verursachter Hämoglobinmangel

ein genereller Erythrozytenmangel auf, kann dieser durch die Hinzugabe von Erythropoeitin behandelt werden. In schweren Fällen ist unter Umständen auch eine Erythrozyten-Infusion notwendig. Bei anderen Grunderkrankungen wie Infektionen, Stoffwechselstörungen,

Magen/Darm-Geschwüren oder Tumorerkrankungen, müssen diese separat mit geeigneten Therapieformen behandelt werden.

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