Hafer: Reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren

Hafer

Haferflocken, Haferbrei, Haferflocken, Haferkleie – Es gibt viele Möglichkeiten, die Getreideart Hafer (Avena) für die menschliche Ernährung zu verwenden. Im Mittelalter wurde sogar aus Hafer Bier gebraut. Diese Getreideart wird heute hauptsächlich als Tierfutter verwendet, insbesondere für Pferde wie Hafer. Kein Wunder, denn Hafer ist im Vergleich zu anderen Getreidesorten wie Roggen, Weizen oder Gerste besonders nahrhaft.


Hafer: Reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren

Hafer gilt als das ernährungsphysiologisch wertvollste Getreide, was vor allem auf den hohen Proteingehalt von fast zwölf Prozent zurückzuführen ist. Darüber hinaus bestehen die Proteine ​​in Hafer hauptsächlich aus essentiellen Aminosäuren. Essentielle Aminosäuren sind Bausteine ​​von Proteinen, die der Körper nicht selbst aufbauen kann. Diese essentiellen Aminosäuren umfassen Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin und Valin. Zusätzlich zu den zwölf Gramm Protein enthalten 100 Gramm Hafer auch:

  • 13 g Wasser
  • 7,1 g Fett
  • 59,2 g Kohlenhydrate
  • 6,2 g Ballaststoffe
  • 2,9 g Mineralien.

Die in Hafer enthaltenen Mineralien umfassen Kalium, Magnesium, Eisen, Kalzium, Zink und Phosphor. Getreide hat auch wichtige Vitamine zu bieten, insbesondere Vitamine aus der B-Gruppe und Vitamin E. Da Hafer viele Kalorien hat – 100 Gramm bringen sie auf etwa 337 Kalorien (kcal) – sind Haferprodukte bei Sportlern besonders beliebt: Sie liefern viel Energie, aber kaum den Magen belasten.

Die heilende Wirkung von Hafer

Gerade in der Naturheilkunde soll Getreide-Hafer eine heilende Wirkung haben, aber auch wissenschaftlich erwiesenermaßen bestimmte Krankheiten positiv beeinflussen. In der Naturheilkunde wird vor allem grüner Hafer verwendet, der kurz vor der Blüte geerntet wird: Als Tee befreit grüner Hafer den Körper von Stoffwechselendprodukten und als Badezusatz hilft er bei Hautunreinheiten und sorgt für weiche und geschmeidige Haut. Ein solches Bad sollte auch Rheuma und Körperschmerzen lindern.


Aufgrund seines hohen Fasergehalts wird Getreide in der Naturheilkunde zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Die unverdauliche Faser bildet eine Schutzschicht auf Magen und Darmschleimhaut und hält so den sauren Magensaft von der Schleimhaut fern. Zusätzlich sollen zwei Portionen Haferflocken pro Tag dazu beitragen, den LDL-Cholesterinspiegel (Low Density Lipoprotein) im Körper zu senken. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Hafer sogar zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verwendet.

Hafer: Gluten nur in geringen Mengen erhältlich

Im Vergleich zu anderen Getreidesorten enthält der Hafer wenig Gluten. Gluten ist eine Eiweißmischung, die dafür sorgt, dass das Brot beim Backen aufgehen kann und auch nach dem Backen seine Form behält. Wenn Sie überempfindlich gegen Gluten sind, kann es zu chronischen Entzündungen des Dünndarms kommen. Dies nennt man Gluten-Intoleranz oder Zöliakie. Zu den Symptomen einer Zöliakie zählen Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall und Müdigkeit.

Obwohl Hafer wenig Gluten enthält, besteht das Problem darin, dass Hafer oft mit anderen Getreiden kontaminiert ist, die einen hohen Glutengehalt aufweisen. Aus diesem Grund sollte Hafer nicht eingenommen werden, wenn Sie gegen Gluten unverträglich sind. In der Zwischenzeit ist auch nicht kontaminierter Hafer auf dem Markt erhältlich, aber auch hier ist Vorsicht geboten: Weil einzelne Reaktionen auf nicht kontaminierten Hafer schwer abzuschätzen sind. Als Faustregel gilt, dass Personen mit einer Glutenunverträglichkeit maximal 50 g nicht kontaminierten Hafer täglich und nur unter ärztlicher Aufsicht zu sich nehmen sollten.


Wissenswertes über Hafer

Der Getreidehafer gehört wie zahlreiche andere Getreidesorten zur Pflanzengattung der Süßgräser. Der Hafer unterscheidet sich jedoch von anderen Getreidesorten dadurch, dass er keine Ohren, sondern Rispen bildet. Die Blütezeit des Hafers liegt zwischen Juni und August, das Getreide wird Mitte August geerntet. Hafer bevorzugt hohe Niederschlagsmengen und ein gemäßigtes Klima, garantiert aber auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen stabilere Erträge als beispielsweise Sommergerste.

Hafer wurde vermutlich schon in der Bronzezeit angebaut, später war das Getreide bei den Germanen besonders beliebt. Erst im 17. Jahrhundert, als die Kartoffel in Europa populär wurde, verlor Hafer langsam an Bedeutung. Die Haferproduktion spielt heute im Vergleich zu anderen Getreidesorten nur noch eine untergeordnete Rolle.

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