ADHS – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

ADHS

ADHS zählt nicht zu den Krankheiten, sondern ist eine Entwicklungsstörung mit drei Kernsymptomen: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Unaufmerksamkeit zeigt sich durch eine erhöhte Ablenkbarkeit und eine eingeschränkte Daueraufmerksamkeit. Die Hyperaktivität zeigt sich in hoher Aktivität, wie Herumrennen und Zappeln. Die Impulsivität zeigt sich durch unüberlegtes Handeln und schwache Kontrolle emotionaler Impulse.

Jährlich steigt die Anzahl der ADHS-Diagnostizierten. Die Diagnose verläuft nach dem ICD-10, ein fast weltweit praktizierendes Modell, welches sich nach erfüllten Kriterien des Patienten orientiert. Da dieses Modell zu sensibel eine Diagnose stellen lässt, kam Prof. Silvia Schneider auf die Idee, auf der Ruhr-Universität Bochum eine Studie durchzuführen.

Das Wissenschaftlerteam bat Kinder- und Jugendpsychiater sowie Kinder- und Jugendpsychologen darum, mittels Fallgeschichten eine Diagnose zu treffen. Die Fälle waren so gestaltet, dass sie die notwendigen Kriterien nach der WHO beinhalteten. Zum Vergleich gab es Fälle, die nicht alle notwendigen Kriterien der WHO erfüllten. In diesen Negativ-Fällen wurden trotzdem 16,7 Prozent als ADHS diagnostiziert. Bei den Positiv-Fällen wurden 7 Prozent der ADHS- Diagnosen übersehen. Die Fehldiagnosen kamen häufiger bei Buben als bei Mädchen vor. „Wir müssen vermuten, dass sich Experten mehr auf ihr Bauchgefühl verlassen, dass sie Hinweise auf ADHS vorschnell nutzen, um daraus zu schließen, dass es eine ADHS- Diagnose ist, anstatt sich anhand von Fakten alle Kriterien auflisten zu lassen, genau hinzuhören und genau diese abzuprüfen. Das führt dann dazu, dass die Diagnose ADHS häufiger gegeben wird, als es eigentlich der Fall ist. Symptome wie Hibbeligkeit, motorische Unruhe oder dass sich Kinder leicht ablenken lassen und schusselig sind, treten in der normalen Entwicklung der Kinder auf. Das sind normale Phänomene bei Kindern, die entsprechend ihres Alters eingeordnet werden müssen. Das ist auch etwas, was vermutlich nicht genügend gemacht wird.“ Prof. Dr. Silvia Schneider

Auch Prof. Hanna Christiansen äußerte sich zum Thema Fehldiagnose und bittet Experten genauer hinzuschauen: „Fehldiagnosen sind ein prinzipielles Problem. Wir haben in unserer Ambulanz schon Kinder gehabt, die seit frühestem Kindesalter medikamentös behandelt wurden, obwohl sie überhaupt kein ADHS hatten. Stattdessen litten sie unter einer Angststörung, die ganz anders therapiert werden muss.“

Die korrekte Diagnose kann sollte nur unter Begutachtung des Verhaltens in mehreren Lebensbereichen verfolgen. Zu einem in der Schule, zum anderen zuhause. Wenn die Kinder in der Schule gut zurecht kommen, jedoch zuhause z.B. agressiv reagieren, so ist das noch lange kein ADHS-Grund. Und umgekehrt genauso. Kinder müssen gehört werden. Situationen mit schwierigen Verhaltensauffälligkeiten sollten von den Kindern erklärt werden dürfen, um deren Wahrnehmung zu überprüfen.

Dr. med. Angelika Voack-Betz empfiehlt den betroffenen Eltern, ein reizarmes Lernumfeld für ihre Kinder zu schaffen. Statt medikamentöser Therapie empfiehlt sie zuerst Ergotherapie und Psychotherapie.

„Tiergestützte Therapien als alternativer Therapieweg bei ADHS sind sehr effektiv. Die Kinder werden bei den Tieren in der Natur ruhiger und sensibler, fördern ihre Konzentration, Aufmerksamkeit, Geduld und Bewusstsein. Wir kommen von der Natur und die Natur gibt uns alles, was wir brauchen.“, empfiehlt Angelika Ewa Franczukowska von Lets coach – Bewusstsein und Psychologie in der Natur.

Silvia Schneider äußert sich bezüglich medikamentöser Behandlung, dass dies vertretbar sei, solange sie rein unterstützend und nur vorübergehend eingesetzt werden, im Anfangsstadium, damit das Kind ruhiger und aufnahmefähiger ist, sich besser konzentrieren könne, um dem Kind. Schritt für Schritt neue Strategien für Ausnahmesituationen beizubringen. Danach solle das Medikament Schritt für Schritt reduziert werden.

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