Europäische Studie zu Adipositas - Fettleibigkeit

fettleibigkeit

Fettleibigkeit ist ein sehr schweres Thema. Ganz Europa weist eine steigende Statistik der übergewichtigen Menschen auf. Im Schnitt sind zwei Drittel der Männer und und die Hälfte der Frauen übergewichtig oder fettleibig. Für eine große europäische Studie wurden Kinder, Jugendliche sowie Eltern zur Ernährung, dem Lebensstil und der Aktivität befragt. Des Weiteren untersuchte die Studie persönliche Beweggründe, die die Teilnehmer zum aktiven Lebensstil lenken.

Die Europäer nehmen an Gewicht und Fettleibigkeit zu. Nicht nur ein Problem für die Betroffenen, sondern auch für alle Gesundheitssysteme. Übergewicht und Adipositas sind meistens der Anfang weiterer Folgekrankheiten, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar bestimmte Krebsarten. Die Gesundheitskosten belaufen sich auf ca 17 Milliarden Euro jährlich allein in Deutschland. 2016 gab es rund 700.000 mit dieser Diagnose in Deutschland. Somit stellt sich die Frage, woher diese Gewichtszunahme der Menschen kommt.

Übergewicht verhindern

Eine europaweite Langzeitstudie mit Wissenschaftlern erforschte den Alltag von vielen Familien. Acht europäische Länder (Deutschland, Schweden, Ungarn, Italien, Zypern, Spanien, Belgien, Estland) nahmen 2006 daran teil, rund 16.000 Kinder, in jedem Land je zwei Regionen/Städte zum Vergleich, wobei eine Region die Familien im Alltag Unterstützung bot. Diese Familien erhielten Tipps für einen gesunden Lebensstil. In den Kontrollstädten gab es diese Hilfe nicht. Zu den Hilfsangeboten zählten Schulprogramme, Ernährungsfragebögen, täglich gemeinsam mit den Kindern zu Essen, „Familienzeit“ ohne Medien und Vieles mehr.

Die Forscher zielten dabei auf drei Bereiche ab: 1. Ernährung, 2. Bewegung, 3. Umgang mit Stress, mit simplen Aufforderungen im Alltag, z.B. mehr Wasser, statt süsse Getränke, mehr Obst und Gemüse, weniger Medien, mehr Bewegung, mehr Familienzeit und genug Schlaf, etc… D

Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Ahrens – Europäischer Koordinator I.Family-Studie, Leibniz-Institut BIPS, in Bremen sagte folgendes dazu: „Es kam heraus, dass Kinder, die zu Beginn unserer Untersuchung übergewichtig waren, in der Interventionsregion eher eine Chance hatten, normalgewichtig zu werden als dort, wo wir nicht interveniert haben.“, somit konnte eindeutig festgestellt werden, dass die Städte mit Hilfestellung eindeutige Besserungen aufweisen konnten.

Übergewicht und Bildschirmzeit

Auch hier war eine deutliche Korrelation erkennbar. Prof. Ahrens brachte es auf den Punkt: „Die Auswirkung von zu viel Fernsehzeit auf die Gesundheit der Kinder ist massiv. Also das ist einer der stärksten Effekte, die wir beobachten in der Studie.“. Hier trägt natürlich der Bewegungsmangel sowie die ständigen Lebensmittel-Werbungen dazu bei, dass Kinder übergewichtig werden.

Unterstützung bei Übergewicht

Die Forscher bestätigen, dass Intervention sich gesundheitsfördernd auf Familien auswirken, da ein Bewusstsein für gesündere Lebensführung geschaffen wird.

Durch diese Unterstützungen tranken Familien mehr Wasser als Zucker, als Familien aus der Kontrollgruppe. Die Ernährungsgewohnheiten von Eltern und Kindern passen sich an. Durch gemeinsames Essen gewinnt die elterliche Ernährungsweise an Einfluss. Die Hilfestellungen sollten bereits beim Einkaufen starten, lautet die Expertenmeinung.

Mittels MRT-Aufnahmen untersuchen Forscher, wie Kinder und Jugendliche ihre Nahrungsmittel entscheiden und was beeinflusst ein gesundes Bewusstsein? Dr. Wolters äußert sich dazu: „Es geht letztlich darum: Wie reagieren Kinder, Jugendliche und auch ihre Eltern auf Lebensmittelbilder? Und zwar Bilder von gesunden und ungesunden Lebensmitteln. Es gibt Hinweise, auch jetzt schon aus einer Pilotstudie, dass wir alle eigentlich stärker reagieren oder unsere Hirnaktivität stärker stimuliert wird durch ungesunde Lebensmittelbilder.“, Dr. rer. nat. Maike Wolters – Ernährungswissenschaftlerin, Leibniz-Institut BIPS, aus Bremen.

Auch Stress macht dick

Eine ganz interessante Erkenntnis zeigte die Studie, dass je mehr Probleme die Kinder hatten, desto eher griffen sie zu süßer und fettiger Nahrung. Um das Stresshormon Cortisol zu überprüfen, in Korrelation auf das Essverhalten, mussten die Teilnehmer vier mal täglich eine Speichelprobe abgeben. Bein erhöhten Cortisolspiegel war der Teilnehmer gestresst. Durch falsche Belohnungssysteme und Appetit können sehrwohl ungesunde Ernährungsverhalten ausgelöst werden. Und faszinierend zeigte sich, dass ein hoher Cortisolspiegel mit erhöhtem Konsum von süßen Lebensmitteln einherging. Auch die Annahme, dass Stress eine ungesunde Ernährung auslöst, bestätigt dies. „Wir stellen fest, dass Kinder die negative Emotionen haben durch Essen kompensieren. Und dann in erster Linie natürlich zu Lebensmitteln greifen, die fett- und zuckerhaltig sind.“, Dr. oec. troph. Antje Hebestreit – Ernährungswissenschaftlerin, Leibniz-Institut BIPS, aus Bremen.

Deshalb sollte es nicht nur das Ziel der Forscher sein, ein gesundes Bewusstsein an die EU Bevölkerung zu bringen, sondern auch die Eltern mit politischen Maßnahmen zu unterstützen. Mehr Bewegungsräume für Kinder, sichere Straßen, Radwege, mehr und bessere Spielplätze, keine zuckerhaltige Werbung in den Medien, etc…

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