Was ist Homöopathie?

homöophatie

Die Homöopathie ist eine der bekanntesten Formen der Alternativmedizin – und sicherlich eine der umstrittensten. Funktioniert es oder nicht? Können Sie die Entscheidung zwischen Homöopathie und Schulmedizin wirklich nur mit „entweder … oder …“ angehen? Die Diskussion über Globules & Co. Im Folgenden untersuchen wir, was hinter den homöopathischen Mitteln steckt.

Samuel Hahnemann als Erfinder der Homöopathie

Dr. Christian Samuel Friedrich Hahnemann, der Vater der Homöopathie, hätte sicherlich etwas zu dieser Diskussion zu sagen gehabt. Immerhin war der am 10. April 1755 geborene Allround-Wissenschaftler als kritischer Forscher und aufmerksamer Beobachter bekannt.

Hahnemann war wie viele Gelehrte seiner Zeit ein äußerst gebildeter und neugieriger Mensch. Er studierte Pharmazie und Medizin und wollte nicht alles glauben, was er las.

Dasselbe mit Demselben behandeln

Diese Haltung führte letztendlich zur Entdeckung des Wirkprinzips der Homöopathie: Behandle dasselbe mit demselben.

Weil er den Berichten in einer Apothekenzeitschrift nicht glauben wollte, dass chinesische Rinde gegen Malaria hilft, versuchte sich Hahnemann und nahm ein paar Gramm chinesische Rinde. Nur wenige Stunden später entwickelte der Arzt typische Malariasymptome wie Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Schwitzen.

Nach zahlreichen weiteren Versuchen an Kranken und Gesunden formulierte Samuel Hahnemann 1796 sein Behandlungsprinzip.

Der Begriff „Homöopathie“ greift es auf: „Homoion“ ist das griechische Wort für „ähnlich“, „Pathos“ steht für „Leiden“.

Drei Leitprinzipien der Homöopathie

Die Homöopathie basiert auf verschiedenen Leitprinzipien:

  • Ähnlichkeiten
  • Potenzierung
  • Arzneimittelprüfung

Die erste Grundregel der Homöopathie – das bereits erwähnte Prinzip der Ähnlichkeit – basiert auf dem Wissen, dass eine Substanz, die bei einer gesunden Person bestimmte Krankheitssymptome verursacht, eine kranke Person heilen kann, die an ähnlichen Symptomen leidet.

Zum Beispiel kann jedem, der an Schlaflosigkeit und Herzklopfen leidet, mit einer homöopathischen Kaffeeinfusion geholfen werden. Diejenigen, die Fieber haben, können ein Mittel erhalten, das die Körpertemperatur bei gesunden Menschen erhöht.

Potenzierung: Steigerung der Wirksamkeit durch Verdünnung

Die Homöopathie arbeitet mit natürlichen Substanzen – heute werden rund 2.500 homöopathische Arzneimittel hauptsächlich aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen gewonnen. Viele natürliche Grundstoffe wie Aconitum oder tödliche Kirsche, die in der Homöopathie eingesetzt werden, sind zunächst hochgiftig. Daher werden sie verdünnt.

Hahnemann stellte fest, dass die Heilkraft durch Verdünnung zunahm. Eine mögliche Erklärung für diesen Effekt lieferten koreanische Wissenschaftler, die entdeckten, dass sich die gelösten Moleküle nicht wie zuvor angenommen gleichmäßig im Lösungsmittel verteilen, sondern zusammenklumpen und größere Komponenten bilden. Je größer die Verdünnung ist, desto größer sind die Klumpen.

Hahnemann nannte diesen Ansatz „Potenzierung“. Die Verdünnung erfolgt allmählich, die Mittel werden wiederholt gerieben oder „geschüttelt“.

Homöopathische Drogentests

Laut Hahnemann ist eine genaue Kenntnis der homöopathischen Mittel und ihrer Wirkungen unerlässlich. Im Gegensatz zur konventionellen Medizin, bei der Medikamente an Kranken getestet werden, sieht das Prinzip der homöopathischen Drogentests vor, dass gesunde Menschen die homöopathischen Mittel einnehmen und Symptome, Reaktionen oder Veränderungen feststellen, die sie an sich selbst bemerken.

Bereits zu Hahnemanns Lebzeiten wurden zahlreiche sogenannte „Arzneimittelbilder“ verschiedener homöopathischer Arzneimittel aufgenommen – bis heute stammen viele Beschreibungen der Wirkungen aus dieser Zeit.

Welches homöopathische Mittel ist das richtige?

Die Notwendigkeit einer eindeutig individuellen Behandlung des Patienten ist eng mit dem Prinzip der Ähnlichkeit verbunden. Dieses individuelle Prinzip hilft, für jeden Patienten das richtige Mittel in der richtigen Dosierung zu finden.

Das braucht Zeit und Aufmerksamkeit. Folglich kann eine Erstuntersuchung durch einen Heilpraktiker oder Arzt mit zusätzlicher homöopathischer Ausbildung zwei bis drei Stunden dauern.

Offenheit in der Behandlung ist erforderlich

Damit der behandelnde Homöopath das richtige Mittel in der richtigen Dosierung verschreiben kann, muss er sich intensiv mit seinem Patienten auseinandersetzen.

Umgekehrt muss der Patient bereit sein, sich seinen Symptomen und seiner Krankheit zu stellen. Dazu gehört die Beobachtung der eigenen Lebensweise, das „Zuhören“ des Körpers, was dem Homöopathen beispielsweise hilft, zwischen chronischem Husten zu unterscheiden.

Erscheint der Husten nur nachts? Nach bestimmten Mahlzeiten oder Aktivitäten? Ist es mit bestimmten Gefühlen oder Verhaltensweisen verbunden? Mit der ersten Anamnese kommt alles auf den Tisch – man muss sich auf so viel Offenheit und Sehvermögen einlassen, wenn man eine homöopathische Behandlung durchführen möchte.

Offenheit in der Behandlung ist erforderlich

Damit der behandelnde Homöopath das richtige Mittel in der richtigen Dosierung verschreiben kann, muss er sich intensiv mit seinem Patienten auseinandersetzen. Umgekehrt muss der Patient bereit sein, sich seinen Symptomen und seiner Krankheit zu stellen. Dazu gehört die Beobachtung der eigenen Lebensweise, das „Zuhören“ des Körpers, was dem Homöopathen beispielsweise hilft, zwischen chronischem Husten zu unterscheiden. Erscheint der Husten nur nachts? Nach bestimmten Mahlzeiten oder Aktivitäten? Ist es mit bestimmten Gefühlen oder Verhaltensweisen verbunden? Mit der ersten Anamnese kommt alles auf den Tisch – man muss sich auf so viel Offenheit und Sehvermögen einlassen, wenn man eine homöopathische Behandlung durchführen möchte.

Was bedeutet D6 oder C4?

Solche Abkürzungen werden verwendet, um Verdünnungsfaktoren für homöopathische Mittel zu bezeichnen. Die Herstellung homöopathischer Mittel ist eine Kunst für sich, die den von Hahnemann entwickelten Regeln folgt.

Ausgepresster Saft aus frischen Pflanzen wird 1: 1 mit Alkohol gemischt oder getrocknete Pflanzenteile werden zehn Tage in Alkohol gegeben und dann filtriert. So sollen die Wirkstoffe aus den Pflanzenzellen extrahiert werden.

Feste Materialien wie Muschelkalk oder Gold mit einem hohen Mineralgehalt werden mit der gleichen Menge Milchzucker eine Stunde lang im Mörtel gemahlen und die resultierenden Substanzen dann in Alkohol, Wasser oder Milchzucker verdünnt.

Die einzelnen Buchstaben in den verschiedenen Potenzen, zum Beispiel D6 oder C4, stehen für die verschiedenen Verdünnungen:

  • „D“ wird 1:10 verdünnt
  • bei „C“ wird das Verhältnis 1: 100 verdünnt
  • „LM“ oder „Q“ wird in einem Verhältnis von 1: 50.000 verdünnt

Die Zahl nach dem Buchstaben gibt an, wie oft er verdünnt wurde. Mit der Spezifikation C4 bedeutet dies: 1 ml Urtinktur wird zu 99 ml Alkohol gegeben und entsprechend gemischt. Ein Milliliter dieser Tinktur wird dann wieder in 99 ml Lösung gegeben und gemischt. Dieser Vorgang wird insgesamt viermal wiederholt.

Kügelchen, Tropfen und andere Formen

Die auf diese Weise erhaltene Lösung kann entweder in Form von Tropfen, als Tablette, Zäpfchen oder Salbe verwendet werden.

Die kleinen Kügelchen, auch Kügelchen genannt (lat. Globus – die Kugel), werden tatsächlich aus Milchzucker hergestellt und erhalten eine Sprühbeschichtung aus der Tinktur. Homöopathische Mittel sind normalerweise nur in Apotheken erhältlich, jedoch ohne Rezept.

Homöopathie als Alternative zur Schulmedizin?

Die Homöopathie ist eine der beliebtesten alternativen Heilmethoden bei Patienten. Viele Menschen verwenden Globules & Co. gerne zur Behandlung von Krankheiten. Unter keinen Umständen sollte eine homöopathische Behandlung ohne professionelle Unterstützung durchgeführt werden.

Der Begriff „Homöopath“ ist jedoch nicht geschützt. Nicht-Ärzte können daher auch ohne Fachausbildung eine „Praxis für Homöopathie“ eröffnen. Ein guter Homöopath gibt Ihnen jedoch jederzeit gerne Auskunft über seine Ausbildung und Qualifikation.

Homöopathische Ärzte haben einen Kurs in konventioneller Medizin absolviert und nach Abschluss dieses Kurses eine von den staatlichen Ärzteverbänden anerkannte und vorgeschriebene Weiterbildung absolviert.

Die Homöopathie basiert normalerweise nicht auf einem ärztlichen Attest

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel nicht die Behandlungskosten für homöopathische Arzneimittel. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die homöopathische Krankengeschichte (Fallaufzeichnung) nur im Rahmen der Einzelentscheidung. Homöopathische Arzneimittel werden nur in Ausnahmefällen erstattet.

Private Zusatzversicherungen erstatten in der Regel die Kosten für die homöopathische Behandlung.

Wirksamkeit in der Kritik

Bisher ist die Wirksamkeit der Homöopathie nicht wissenschaftlich belegt. Zahlreiche Studien und Metaanalysen haben die Wirkungen homöopathischer Arzneimittel untersucht und keine Wirkungen festgestellt, die über den Placebo-Effekt hinausgehen. Obwohl einige Studien auch zu beweisen scheinen, dass Homöopathika eine gesundheitliche Wirkung haben, werden diese Studien hauptsächlich aufgrund methodischer Schwächen kritisiert.

Darüber hinaus gibt es keinen wissenschaftlichen Grund, warum Homöopathie funktionieren sollte – im Gegenteil: Hahnemanns Prinzipien widersprechen den Naturgesetzen. Ein Kritikpunkt ist, dass die Wirkstoffe manchmal so verdünnt sind, dass in ihnen kein Molekül des ursprünglichen Wirkstoffs nachgewiesen werden kann.

Kritikern zufolge ist Homöopathie daher nicht nur unwirksam, sondern auch riskant: Ärzte warnen davor, besonders schwere Krankheiten ausschließlich mit homöopathischen Mitteln zu behandeln. Wenn sich die konventionelle medizinische Behandlung zugunsten der Homöopathie zu lange verzögert, kann es für lebensrettende Maßnahmen (z. B. die chirurgische Entfernung eines Tumors) zu spät sein.

Schlussfolgerung: Homöopathie kann unterstützen, nicht ersetzen

Trotz des Mangels an wissenschaftlichen Beweisen hat die Homöopathie viele Anhänger. Kinder und Tiere werden auch oft mit der angeblich sanften Medizin behandelt. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Homöopathie nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft die konventionelle medizinische Behandlung nicht ersetzen kann.

Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt kann die Homöopathie als Unterstützung verwendet werden. Es ist wichtig, einen erfahrenen homöopathischen Arzt zu konsultieren. Denn selbst homöopathische Arzneimittel können manchmal schwerwiegende Nebenwirkungen haben, wenn die Arzneimittel nicht ausreichend potenziert sind und die Wirkstoffe Vergiftungen, allergische Reaktionen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln enthalten.

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